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Dieser Text ist nominiert für den Egon-Erwin-Kisch-Preis 2009.
Ein Herbstabend in Hamburg, draußen Wind und Elbwellen, drinnen Lüster und bodenlange Tischdecken. Unternehmer und Gründer in seltener Abendrunde. Alle essen Ente, nur eine Frau isst vegetarisch, Suppe, Reis, Gemüse. Sie hat einen empfindlichen Magen. Dünn ist sie, die Wangenknochen liegen hoch in ihrem Gesicht.
Blässe, um die Augen Fältchen, kurzes Haar, ein Ehering, ein Hauch Schminke. Nichts glänzt an dieser Frau, außer den Augen. Hellgrüner Schimmer, darin haselbraune Tupfer. Die Frau schaut und schweigt, löffelt und lauscht. Auf einmal stutzt sie, hebt den Kopf.
"Fritz-Kola?", sagt sie zu einem jungen Mann schräg gegenüber.
"Ja." Der Gründer deutet auf einen Firmenbutton am Cordsakko.
"Dass ich Sie hier treffe! Ist ja toll. Die Kinder trinken Ihre Cola immer, wenn wir auf Sylt sind."
Dem Jungunternehmer schwillt die Buttonbrust.
Sie: "Die kriegt man nicht überall, oder?"
"Nee. Wir haben ein ganz besonderes Vertriebskonzept. Ich kann Ihnen das gern erklären. Wie ist Ihr Name?"
Kurze Pause. Dann recht leise: "Klatten."
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